Eine Bildungsreise auf vielen Ebenen


Kursfahrt. Italien. Sommergefühle. Sonne. Wärme. Freude. Leben. Genuss. Abschalten. Entspannen. Reden. Quatschen. Freunde. Euphorie.

Gefühle und Emotionen, die einem beim Gedanken an die Woche vom 26.03.2017 bis zum 31.03.2017 überkommen.


Ankunft in Italien

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Am Sonntag den 26.03.2017 kamen wir in Italien am Flughafen in Neapel an. Danach fuhren wir nach Piano di Sorrento in unser Feriendorf „Costa Alta“, wo wir uns dann selber in die fünf sechser-Zimmer einteilen konnten. Uns sind sofort die farbenfrohen Zitronen- und Orangenbäume aufgefallen. Sie trugen Früchte, die saftig und lecker waren. Die Einrichtung war schlicht aber durchaus zufriedenstellend. Sehr beeindruckend fanden wir die Aussicht der Unterkunft auf das Wasser.

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Ausblick von unserem Feriendorf

Sorrent

Noch am gleichen Tag nutzten wir die Bahn, um nach Sorrent zu gelangen. Das Kontrollsystem hat einen großen Unterschied zu unserem. In Italien kommt man nämlich erst auf den Bahnhof, wenn man sich eine gültige Karte gekauft hat. Demnach gibt es dort auch sehr viel weniger Kontrolleure als hier in Berlin. Sorrent ist eine saubere Kleinstadt mit einem schönem Ambiente und liegt nur 5 km von Capri entfernt. Sorrent machte auf mich einem positiven Eindruck, da die Pizza, die ich dort aß sehr lecker und die Stadt ziemlich sauber war. Nachdem wir etwas herzhaftes aßen, machten wir uns auf die Suche nach einer Eisdiele. Das Eis war lecker aber auch teuer. Italiener denken wahrscheinlich >mit Touristen kann man es ja machen<.

Wie man auf dem folgenden Bild erkennen kann, ist auch die Verkehrslage ungeordneter als in Deutschland. Man gibt mehr Acht auf die Fußgänger und andere Autos. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen nicht nur nach Regeln, sondern nach Gefühl fahren. Dabei treten ganz offensichtlich viele Vorteile aber auch Nachteile auf. Meiner Meinung nach unterstreicht es das dortige Lebensgefühl sehr gut.

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Treffpunkt in Sorrent

Pompeji

In alten Zeiten, als Menschen noch in anderen Sprachen redeten und sich die Paläste der Kaiser und Könige über breite Straßen, enge Gassen und marmorne Statuen erhoben, gab es weite schöne Plätzte an denen sich die Leute versammelten um Neuigkeiten auszutauschen. Vor allem gab es dort aber Theater. Diese Theater waren ganz und gar aus Steinblöcken gefügt. Die Sitzreihen für die Zuschauer lagen stufenförmig übereinander, wie in einem gewaltigen Trichter. Einige dieser Bauwerke wirkten von oben kreisrund, andere mehr oval und wieder andere bildeten einen weiten Halbkreis. Man nannte sie Amphitheater. Es gab prächtige mit Säulen und Figuren gezeichnet, und solche die schlicht und schmucklos waren.

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ältestes Amphietheater

Als wir in Italien, Pompei in das älteste Theater kamen, welches von den Menschen errichtet wurde, überkam mich ein Gefühl von Magie. Ich fühlte mich wie in einen Traum, wie in einem nie endenden Buch. Ich wollte, dass mich dieses Gefühl des Friedens nie verlässt. Man konnte die Leidenschaften der Zuhörer und Zuschauer spüren. Jahrtausende sind seither vergangen. Die große Stadt von damals ist mit Fluten von Asche und Gestein untergraben worden. Als im Jahre 79 n. Chr. das endgültige Aus der Stadt durch den Ausbruch des Vesuvs besiegelt war, gab es keinerlei Chancen für Stadt und Mensch. Es geschah an jenem lauen Sommermorgen des 24.08.79, als der Boden Pompejis schwankte. Der Donner einer gewaltigen Explosion riss die Leute aus ihren Erzählungen, aus ihren Spielen, aus ihrem Alltag.

Gaia half ihrer Mutter das Frühstück herzurichten, sie unterhielten sich über die Freude am Leben. Carpe Diem, sie einigten sich darauf, man solle in den Tag hineinleben und jeden Moment genießen, als sie plötzlich in Richtung des Vesuvs blickten. Sie sahen, dass der Berg seinen Gipfel weggesprengt hatte. An seine Stelle war ein Krater getreten aus dem Feuersäulen schlugen. Eine graue, pinienförmige Wolke aus Staub und Gesteinstrümmern verdunkelte innerhalb von Minuten den Himmel und machte den Tag zur Nacht.

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Vesuvausbruch 24.08.79

Gaia geriet in Panik. Was geschieht hier? Wo ist Mattia? Wo ist Papa!?  Was sollen wir tun? Wegrennen? Verstecken? Ersticken? Sie wünschte sich insgeheim die Götter würden ihr verzeihen. Hat sie ihnen bisher denn nicht genug für alles gedankt? Vor jedem Essen betet sie! Das kann nicht sein! Mit jedem weiteren Gedanken verzweifelt sie mehr. Sie hört ihre Mutter schreien, immer wieder ihren Namen rufen. Doch Gaia konnte sich nicht rühren. Sie verstand nicht. Sie probierte sich an das überzeugende Gespräch von vor noch einer viertel Stunde mit ihrer Mutter zu erinnern. Warum leben wir? Ist das Leben ein Fluch oder Segen?

Gaia hatte gar nicht mehr das Bedürfnis etwas gegen das alles zu tun. Sie sieht in den Himmel. Es schaut aus wie eine Decke die sich langsam über sie legte. Wenn man sein Herz öffnet, denkt Gaia, kann man jedes Erlebnis als Herausforderung oder Geschenk sehen.

Sie überkam ein großer Schatten, sie nahm ein letzten Schrei wahr und spürte einen starken, dumpfen Impuls, der durch ihren Körper stieß.

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Eingegipste Überreste eines Körpers

Erklimmung des Vesuvs

Momentan ist der Vesuv in einer Ruhephase und eine Touristenattraktion geworden. Somit machten auch wir uns auf, auf die Wanderwege des Vesuvs. Mit jedem Schritt nach oben gewann man mehr Abstand zur Großstadt Neapel. Mir gefällt es generell mehr über Stock und Stein als in der Stadt über Beton zu laufen. Anfangs habe ich den Weg auf den Vulkan auf mich genommen, um in den Krater schauen zu können, doch als ich dann endlich auf dem Gipfel war, beeindruckte mich die Sicht auf die Stadt viel mehr. Bis zum Horizont nur Häuser. Was denkt sich die Menschheit dabei? Mir wurde klar, dass sie viel zu viel der Natur in ihren Besitz zogen und zu wenig Acht auf alles andere gaben. Das hat mich betrübt. Interessant fand ich jedoch, dass der Vesuv vor vielen Jahren, bevor er Herculaneum und Pompeji untergraben hat, doppelt so hoch war (momentane Höhe: 1281m) und man noch weiter hätte blicken können, den Wolken und der Sonne näher hätte sein können.

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Ausblick auf die untenliegende Stadt vom Vesuv

Herculaneum

An dem Besichtigungstag von Herculaneum, hat sich unsere Gruppe gespalten. Ein Teil dieser ist wie gesagt mit Herr Klinkel zur Besichtigung nach Herculaneum gefahren und die andere Gruppe hat sich mit Frau Brill die wunderschöne Insel Capri mit ihren Shoppingstraßen, unzähligen Treppen und der beeindruckenden Natur angeschaut. Wir sind nach Herculaneum mitgefahren. Einerseits, weil die Fährenfahrt nach Capri sehr teuer gewesen wäre und andererseits, weil uns erzählt wurde Herculaneum wäre noch viel interessanter als Pompeji. Genauso habe ich empfunden. Das interessante war, dass obwohl Herculaneum mitunter von Glut und Pompeji „nur“ mit Asche und Gestein geflutet war, von Herculaneum viel mehr erhalten blieb. Man konnte sich unbegreiflich gut in die Lebenssituationen der Menschen von früher hineinversetzen. Wir besichtigten ihre „Schutzbunker“ in die sie bei ersten Anzeichen von der Bedrohung flohen. Sie haben sich ausgerechnet, dass das Meer welches vor diesen Bunkern war, die Glut auslöscht. Doch die Glut überkam sie und heute sieht man die Skelette noch Arm in Arm in diesen Bunkern liegen. Es wirkt alles so irreal.

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Skelette der Menschen in den Schutzbunkern in Herculaneum

Archäologisches Nationalmuseum in Neapel

Das Museum ist in einem Gebäude aus dem Jahr 1615, welches für die Universität Neapels errichtet wurde. Ich fand, dass der Museumsbesuch eine sehr gute Ergänzung zur Besichtigung der archäologischen Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum war. Vor allem war es gut, dass wir Pompeji vor dem Museum besuchten, denn dann hatte man eine bessere Vorstellung von den Häusern, aus denen die Fundstücke stammten. Ich finde es interessant wie genau sich die Leute schon früher mit dem menschlichen Körper auseinandergesetzt haben. Die Statuen waren nackt und man hat jeden Muskel und Knochen genau sehen können. Es ist beeindruckend was Menschen aus einem Stein hervorzaubern können. Man konnte auch Fresken, Mosaike und Keramiken besichtigen. Doch am bewundernswertesten fand ich die Malerei an der Decke eines riesigen Saales. Wenn man durch den Saal lief, konnte man immer mehr Details erkennen.  Die verschiedenen Blickwinkel ließen einem viel Spielraum für Fantasie und Deutung. Nachdem ich eine Weile auf die Decke starrte, erkannte ich, dass die menschlichen Wesen aus der Perspektive von oben und die Engel von unten gemalt wurden. Dieses Spiel mit Perspektiven, Farben und Kompositionen ist sehr schwer. Doch der Künstler hat dies alles noch auf eine riesige Fläche kopfüber gezeichnet. Was wäre geschehen, wenn dem Künstler hoch oben auf der Leiter der Pinsel aus der Hand geglitten wäre? Eine Schande! Und trotzdem hat das Bild als Ganzes seine Harmonie und ergänzt sich in jeder Hinsicht. Überwältigend.

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Saal mit Deckengemälde

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Atlas (Titan aus griechischer Mythologie)

Neapel

Eine reizvolle süditalienische Hafenstadt am Fuße des Vesuvs. Bei dem klaren Wetter, das wir hatten, öffnete sich uns ein Blick auf die wunderschöne Insel Capri. Hier am Golf von Neapel liegen auch die weltbekannten archäologischen Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum. Doch mich persönlich hat neben den Ausgrabungen vor allem die neapolitanische Volkskultur beeindruckt. Kunsthandwerker, flatternde Wäsche und ein Gefühl des Träumens und der Gelassenheit. Ich fühle mich sehr wohl.

Natürlich haben wir in der Stadt, in der die Pizza Margherita erfunden wurde, auch welche gegessen und der Geschmack zu denen die ich vorher aß, war nahezu unvergleichbar.

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Evaluation

Die Kursfahrt nach Italien im Rahmen des Geschichtskurses zu wählen, war eine sehr gute Entscheidung. An jedem Tag war schönes Wetter. Wir bekamen sehr viele Freiheiten und konnten unsere Freizeit gestalten wie wir es wollten.  Da das Gruppenklima sehr angenehm war, konnten wir die freie, wie auch die geplante Zeit sehr genießen. Am besten an der Unterkunft war die Terrasse, welche all unsere Zimmer verbunden und somit unsere Gruppendynamik gefördert hat. Bildungstechnisch konnte man sehr viel mitnehmen. Die geplanten Ausflüge wurden sehr gut von der Gruppe angenommen und es gab keine Proteste, weil jemand keine Lust darauf hatte. Das einzige was mir an der ganzen Fahrt nicht so gut gefiel, war das Essen in der Unterkunft. Es war leider immer ziemlich wenig und auch nicht wirklich so lecker wie ich es mir gewünscht hatte. Die italienische Küche in den Restaurants glich dies aber auf jeden Fall wieder aus.

Verbindende Terasse unserer Bungalows

Die Kursfahrt war im Allgemeinen ein großer Erfolg für unsere Bildung und Freundschaft.

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Clemens und Vicky am Airport Neapel

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Nacht- Badesession in Sorrent

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Die coolen Schmetterlinge